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Kapitel 13


Anzahl der Absätze: 270

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Arbeitsplatzrechner


Grafische Arbeitsfläche


Büroarbeit


X.org


Nachdem nun die Serverinstallationen abgeschlossen sind, können die Administratoren sich darauf konzentrieren, die einzelnen Arbeitsplatzrechner zu installieren und eine typische Konfiguration zu erstellen.


Den X11-Server konfigurieren


XFree86


X.org


X11


Schnittstellegrafisch


Die anfängliche Konfiguration der grafischen Schnittstelle ist manchmal etwas ungünstig. Die jüngsten Grafikkarten laufen häufig nicht optimal mit der X.org-Version, die mit der stabilen Debian-Version geliefert wird.


Eine kurze Erinnerung: X.org ist die Programmkomponente, die es grafischen Anwendungen ermöglicht, Fenster auf dem Bildschirm anzuzeigen. Sie enthält einen Treiber, der die Grafikkarte effizient nutzt. Die Leistungsmerkmale, die den grafischen Anwendungen angeboten werden, werden durch eine Standardschnittstelle, X11 exportiert (Squeeze enthält die Version X11R7.5).


AUSBLICK X11, XFree86 und X.org


X11 ist das unter unixähnlichen Systemen am weitesten verbreitete grafische System (es ist zusätzlich zu seinem ursprünglichen System auch für Windows und Mac OS verfügbar). Im Grunde genommen bezieht sich der Ausdruck "X11" nur auf eine Protokollspezifikation, aber er wird auch für die Umsetzung in der Praxis benutzt.


X11 hatte einen schwierigen Start, aber in den 1990er Jahren entwickelte sich XFree86 zur Referenzanwendung, da es freie Software war, übertragbar und von einer zusammenarbeitenden Gemeinschaft betreut. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ließ jedoch zum Ende hin nach, als die Software nur neue Treiber erhielt. Diese Situation führte, zusammen mit einer sehr umstrittenen Lizenzänderung, 2004 zu der Abspaltung von X.org. Letzteres ist nunmehr die Referenzanwendung und Debian Squeeze verwendet die X.org-Version 7.5.


Aktuelle X.org-Versionen sind in der Lage, die verfügbare Hardware selbsttätig zu erkennen; dies trifft sowohl für die Grafikkarte und den Monitor als auch für Tastaturen und Mäuse zu; dies ist so bequem, dass das Paket sogar die Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf nicht mehr erstellt. All dies wird durch Leistungsmerkmale ermöglicht, die der Linux-Kernel 2.6 zur Verfügung stellt (insbesondere für Tastaturen und Mäuse), indem jeder Treiber die Grafikkarten aufführt, die er unterstützt, und indem das DDC-Protokoll dazu verwendet wird, die Eigenschaften des Bildschirms einzuholen.


Auflösung


Die Tastaturkonfiguration wird gegenwärtig in der Datei /etc/default/keyboard eingestellt. Diese Datei wird für die Konfiguration sowohl der Textkonsole als auch der grafischen Schnittstelle verwendet und wird durch das Paket keyboard-configuration verarbeitet. Einzelheiten zur Konfigurierung der Tastaturbelegung finden sich in .


Das Paket xserver-xorg stellt einen allgemeinen X-Server bereit, wie der von den 7.x-Versionen von X.org verwendet wird. Dieser Server ist modular und benutzt eine Reihe unabhängiger Treiber, um die vielen unterschiedlichen Arten von Grafikkarten handzuhaben.


ServerX


xserver-xorg


Beachten Sie, dass X.org versucht, den VESA-Treiber zu verwenden, falls die entdeckte Grafikkarte von keinem der verfügbaren Treiber unterstützt wird. Dies ist ein allgemeiner Treiber, der überall funktionieren sollte, jedoch mit eingeschränkten Fähigkeiten (weniger verfügbare Auflösungen, keine Hardwarebeschleunigung für Spiele und so weiter). Der X-Server schreibt seine Mitteilungen in die Protokolldatei /var/log/Xorg.0.log, in der man nachsehen wird, um herauszufinden, welcher Treiber gerade verwendet wird. Der folgende Ausschnitt deckt sich zum Beispiel mit dem, was der intel-Treiber ausgibt, wenn er geladen wird:


(==) Matched intel as autoconfigured driver 0 (==) Matched vesa as autoconfigured driver 1 (==) Matched fbdev as autoconfigured driver 2 (==) Assigned the driver to the xf86ConfigLayout (II) LoadModule: "intel" (II) Loading /usr/lib/xorg/modules/drivers/intel_drv.so


VESA


Grafikkarte


EXTRA Proprietäre Treiber


Einige Grafikkartenhersteller (vor allem nVidia) weigern sich, die Hardwarespezifikationen zu veröffentlichen, die zur Realisierung guter freier Treiber erforderlich wären. Sie stellen jedoch proprietäre Treiber bereit, die es ermöglichen ihre Hardware zu benutzen. Dieses Verhalten ist schändlich, da der bereitgestellte Treiber gewöhnlich nicht so ausgefeilt ist, wie er sein sollte; zudem folgt er nicht notwendigerweise den X.org-Aktualisierungen, wodurch der jüngste verfügbare Treiber möglicherweise nicht richtig (oder auch gar nicht) lädt. Wir können dieses Verhalten nicht billigen und empfehlen, diese Hersteller zu meiden und entgegenkommendere Produzenten vorzuziehen.


Falls Sie doch eine solche Karte haben, finden Sie die benötigten Pakete im Abschnitt non-free: nvidia-glx für nVidia-Karten und fglrx-driver für einige ATI-Karten. In beiden Fällen sind passende Kernel-Module erforderlich. Das Erstellen dieser Module kann durch das Installieren der Pakete nvidia-kernel-dkms (für nVidia) beziehungsweise fglrx-modules-dkms (für ATI) automatisiert werden.


Das "nouveau"-Projekt hat zum Ziel, einen freien Softwaretreiber für nVidia-Karten zu entwickeln. Bis zu Squeeze erreichen seine Leistungsmerkmale den proprietären Treiber noch nicht. Zur Ehrenrettung der Entwickler sollte gesagt werden, dass die benötigten Informationen nur durch Reverse Engineering zu bekommen sind, was die Sache sehr schwierig macht. Der freie Treiber für ATI-Grafikkarten namens "radeon" ist in dieser Hinsicht bereits viel besser.


ATI


nVidia


Die grafische Schnittstelle anpassen


Einen Display Manager auswählen


ManagerDisplay


gdm


kdm


xdm


Die grafische Schnittstelle stellt lediglich Bildschirmplatz zur Verfügung. Den X-Server allein auszuführen, führt nur zu einem leeren Bildschirm, weshalb die meisten Installationen einen Display Manager verwenden, um einen Anmeldebildschirm anzuzeigen und nach der Authentifizierung des Benutzers die grafische Arbeitsfläche zu starten. Die drei zur Zeit populärsten Display Manager sind gdm3 (GNOME Display Manager), kdm (KDE Display Manager) und xdm (X Display Manager). Da die Falcot-Corp.-Administratoren sich entschieden hatten, den GNOME-Arbeitsumgebung zu verwenden, haben sie logischerweise auch gdm3 als Display Manager ausgewählt. Die Konfigurationsdatei /etc/gdm3/daemon.conf enthält zahlreiche Optionen, von denen einige auch durch gdmsetup eingestellt werden können, eine grafische Schnittstelle für die Konfigurierung von gdm3, die in der GNOME-Arbeitsoberfläche über das Menü SystemSystemverwaltung Bildschirm aufgerufen werden kann.


ALTERNATIVE gdm gegen gdm3


Eine neue Installation von Squeeze richtet gdm3 ein. Dagegen wird ein System, das von einer frühreren Debian-Version auf Squeeze aufgerüstet wurde, normalerweise gdm (die 2.x-Version) enthalten. Version 3 ist eine vollständige Neufassung aber noch relativ jung: viele der von früheren Versionen bereitgestellten Optionen sind entfernt worden, und die Konfigurierungsschnittstelle gdmsetup ist in ihrem Umfang wesentlich begrenzter. Deshalb sind beide Versionen in Squeeze verfügbar. Beachten Sie jedoch, dass die 2.x-Versionen aus der nächsten stabilen Debian-Veröffentlichung entfernt sein werden. Daher ist es sinnvoll, diese Umstellung vorwegzunehmen und direkt gdm3 zu installieren, falls die fehlenden Leistungsmerkmale für Sie nicht wichtig sind.


Einen Fenstermanager auswählen


Da jede grafische Arbeitsfläche ihren eigenen Fenstermanager bereitstellt, bringt die Auswahl der ersteren normalerweise eine Softwareauswahl des letzteren mit sich. GNOME verwendet den Fenstermanager metacity, KDE verwendet kwm (KDE Window Manager) und XFce (das wir später vorstellen) hat XFwm. Die Unix-Philosophie ermöglicht es immer, einen Fenstermanager nach Wahl zu verwenden, aber wenn ein Administrator den Empfehlungen folgt, kann er so die Vorteile der Integrationsbemühungen, die von jedem Projekt unternommen wurden, voll auszuschöpfen.


metacity


kwm


ZURÜCK ZU DEN GRUNDLAGEN Fenstermanager


ManagerFenster


Fenstermanager


Getreu der Unix-Tradition, nur eine Sache zu tun, diese aber gut, zeigt der Fenstermanager die "Verzierungen" rings um die Fenster an, die zu den gerade laufenden Anwendungen gehören. Dies schließt den Rahmen und die Titelleiste ein. Er ermöglicht es auch, die Fenster zu verkleinern, wiederherzustellen, zu maximieren und zu verbergen. Die meisten Fenstermanager stellen auch ein Menü bereit, das erscheint, wenn die Arbeitsfläche auf eine bestimmte Art angeklickt wird. Dieses Menü stellt die Mittel zur Verfügung, um die Sitzung des Fenstermanagers zu schließen, neue Anwendungen zu starten und in manchen Fällen, um zu einem anderen Fenstermanager zu wechseln (falls dieser installiert ist).


Älteren Rechnern könnte es jedoch schwer fallen, eine schwergewichtige grafische Arbeitsumgebung auszuführen. In diesen Fällen sollte eine leichtere Konfiguration verwendet werden. Zu den "leichten" Fenstermanagern (mit geringem Leistungsbedarf) gehören WindowMaker (in dem Paket wmaker), Afterstep, fvwm, icewm und blackbox. In diesen Fällen sollte das System so konfiguriert werden, dass der geeignete Fenstermanager Vorrang erhält; der übliche Weg besteht darin, die Auswahl des x-window-manager mit dem Befehl update-alternatives --config x-window-manager zu ändern.


WindowMaker


Afterstep


Blackbox


Icewm


x-window-manager


DEBIAN-SPEZIFIZITÄT Alternativen


Alternative


Wahl


update-alternatives


Das Debian-Regelwerk führt eine Anzahl standardisierter Befehle zur Ausführung einer bestimmten Aktion auf. Zum Beispiel ruft der Befehl x-window-manager einen Fenstermanager auf. Jedoch ordnet Debian diesen Befehl keinem bestimmten Fenstermanager zu. Der Administrator kann wählen, welchen Manager er aufrufen soll.


Für jeden Fenstermanager registriert daher das entsprechende Paket den passenden Befehl zusammen mit einer dazugehörigen Priorität als mögliche Auswahl für x-window-manager. Außer im Falle einer ausdrücklichen Konfigurierung durch den Administrator ermöglicht diese Priorität es, aus den installierten Fenstermanagern den besten auszuwählen, wenn der allgemeine Befehl ausgeführt wird.


Sowohl die Registrierung von Befehlen als auch die ausdrückliche Konfigurierung sind mit dem Skript update-alternatives verbunden. Um auszuwählen, wohin ein symbolischer Befehl zeigt, wird einfach update-alternatives --config symbolischer-befehl ausgeführt. Das Skript update-alternatives erzeugt (und verwaltet) symbolische Verknüpfungen im Verzeichnis /etc/alternatives/, das wiederum auf den Ort der ausführbaren Datei verweist. Im Laufe der Zeit werden Pakete installiert oder entfernt, und der Administrator nimmt an der Konfiguration ausdrückliche Änderungen vor. Wenn ein Paket, das eine Alternative bereitstellt, entfernt wird, wechselt die Auswahl automatisch zur nächst besten Wahl unter den verbleibenden Befehlsmöglichkeiten.


Nicht alle symbolischen Befehle sind im Debian-Regelwerk ausdrücklich aufgeführt; einige Debian-Paketbetreuer haben sich bewusst dazu entschieden, dieses Verfahren in weniger eindeutigen Fällen zu verwenden, in denen es dennoch interessante Flexibilität bewirkt (hierzu gehören beispielsweise x-www-browser, www-browser, cc, c++, awk und so weiter).


x-www-browser


www-browser


cc


c++


awk


Menü-Verwaltung


menu


update-menus


Moderne Arbeitsumgebungen und viele Fenstermanager stellen Menüs bereit, die für den Benutzer die verfügbaren Anwendungen auflisten. Um die Menüs in Bezug auf den Satz tatsächlich verfügbarer Anwendungen aktuell zu halten, hat Debian eine zentrale Datenbank erstellt, in der alle installierten Anwendungen registriert werden. Ein neu installiertes Paket registriert sich selbständig in dieser Datenbank und weist das System an, die Menüs entsprechend zu aktualisieren. Diese Infrastruktur wird vom Paket menu bedient.


Wenn ein Paket eine Anwendung bereitstellt, die im Menüsystem erscheinen soll, speichert es eine Datei im Verzeichnis /usr/share/menu/. Diese Datei beschreibt einige Merkmale der Anwendung (unter anderem, ob es eine grafische Anwendung ist oder nicht) und seinen geeignetsten Platz in der Menühierarchie. Das Nachinstallationsskript dieses Pakets führt dann den Befehl update-menus aus, der wiederum alle erforderlichen Dateien aktualisiert. Dieser Befehl kann nicht alle Menütypen kennen, die von installierten Anwendungen verwendet werden. Deshalb müssen Pakete, die ein Menü anzeigen können, ein ausführbares Skript bereitstellen, das mit allen erforderlichen Informationen von der Menüdatei aufgerufen wird; dieses Skript sollte dann diese Informationen in Elemente umsetzen, die die Anwendung mit dem Menü verwenden kann. Diese Filterskripte werden in das Verzeichnis /etc/menu-methods/ installiert. /usr/share/menu/ menu /etc/menu-methods/ menu-methods


WEITERE SCHRITTE Menü-Standardisierung


.desktop


Debian stellt sein eigenes Menüsystem bereit, aber sowohl GNOME als auch KDE haben ebenfalls ihre einen Lösungen zur Menüverwaltung entwickelt. Diese beiden Projekte haben sich im Rahmen des Schirmprojekts FreeDesktop.org auf ein Format für diese Menüs geeinigt - genauer gesagt, auf ein gemeinsames Format für die .desktop-Dateien, die die Menüelemente darstellen.


Die Debian-Entwickler haben dieses Projekt genau im Auge behalten, und .desktop-Dateien können auch vom Debian-Menüsystem aus erzeugt werden. Jedoch benutzt weder GNOME noch KDE das Debian-Menü. Beide ziehen es vor, vollständige Kontrolle über ihre Menüs zu behalten. Es ist aber dennoch möglich, ein "Debian"-Untermenü zu aktivieren, das das offizielle Menü, wie es von Debian unterhalten wird, enthält: in GNOME wird der Menüeditor (im Paket alacarte) über einen Rechtsklick auf das Menü der Bedienleiste aufgerufen und dann "Menüs editieren" ausgewählt.


Der Administrator kann in dieser Angelegenheit und bei den sich daraus ergebenden neu erstellten Menüs auch mitentscheiden. Erstens kann er einen Menüeintrag löschen, selbst wenn die dazugehörige Anwendung installiert ist, indem er einfach im Verzeichnis /etc/menu/ eine leere Datei unter dem Namen des Pakets, das die zu löschenden Einträge bereitstellt, abspeichert. Zweitens kann das Menü neu organisiert und können Abschnitte umbenannt oder umgruppiert werden. Diese Neuorganisation wird in der Datei /etc/menu-methods/translate_menus festgelegt, die kommentierte Beispiele enthält. Schließlich können neue Elemente zum Menü hinzugefügt werden, um zum Beispiel Programme zu starten, die sich außerhalb des Paketsystems befinden, oder um einen bestimmten Befehl auszuführen, wie zum Beispiel das Starten des Web-Browsers auf einer bestimmten Seite. Diese zusätzlichen Elemente werden in Dateien des Typs /etc/menu/local.element festgelegt, die das gleiche Format wie die übrigen unter /usr/share/menu/ vorhandenen Dateien haben.


Grafische Arbeitsflächen


Das Feld der freien grafischen Arbeitsflächen wird von zwei großen Programmkollektionen dominiert: GNOME und KDE. Beide sind sehr populär. Dies ist in der Welt der freien Software ein recht seltener Fall; zum Beispiel hat der Apache-Webserver nur sehr wenige Kollegen.


grafische Arbeitsfläche


GNOME


KDE


GTK+


Qt


Diese Vielfältigkeit ist in der Geschichte verwurzelt. KDE war das erste Projekt einer grafischen Arbeitsfläche, aber es entschied sich den grafischen Werkzeugsatz Qt zu verwenden, und diese Entscheidung war für viele Entwickler nicht akzeptabel. Zu jener Zeit war Qt keine freie Software, und so wurde GNOME auf der Basis des Werkzeugsatzes GTK+ ins Leben gerufen. Qt ist inzwischen freie Software geworden, aber die Projekte haben sich nicht zusammengeschlossen, sondern sich stattdessen parallel entwickelt.


GNOME und KDE arbeiten dennoch zusammen: unter dem Schirm von FreeDesktop.org kooperieren die Projekte bei der Festlegung von Standards für die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von Anwendungen.


FreeDesktop.org


Die Auswahl der "besten" grafischen Arbeitsfläche ist ein heikles Thema, dem wir lieber aus dem Wege gehen möchten. Wir werden lediglich die zahlreichen Möglichkeiten beschreiben und einige Hinweise für weitere Überlegungen geben. Die beste Wahl wird die sein, die Sie nach einigem Ausprobieren treffen werden.


GNOME


Debian Squeeze enthält GNOME in der Version 2.30, das einfach mit dem Befehl apt-get install gnome installiert werden kann (es kann auch durch Auswahl der Aufgabe "grafische Arbeitsumgebung" installiert werden).


gnome


GNOME ist bemerkenswert für seine Anstrengungen in den Bereichen Gebrauchsfreundlichkeit und Barrierefreiheit. Professionelle Designer waren beim Verfassen von Standards und Empfehlungen beteiligt. Dies hat den Entwicklern geholfen, überzeugende grafische Benutzerschnittstellen zu schaffen. Das Projekt erhält Unterstützung auch von den großen Spielern im Computerwesen, wie Intel, IBM, Oracle, Novell und natürlich verschiedenen Linux-Distributionen. Schließlich können auch zahlreiche Programmiersprachen zur Entwicklung von Anwendungen, die sich mit GNOME verbinden, benutzt werden.


Das GNOME-Projekt hat einige Zeit gebraucht, um seine Infrastruktur aufzubauen, was der Grund dafür ist, dass die Arbeitsfläche als weniger ausgereift erscheint als KDE. Vor allem sind die Anstrengungen in den Bereichen Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit neueren Datums, und ihre Vorteile haben sich erst in den letzten Versionen der Umgebung zu zeigen begonnen.


Die GNOME-Arbeitsfläche


Für Administratoren scheint GNOME für Masseneinsätze besser vorbereitet zu sein. Die Anwendungskonfigurierung wird von GConf erledigt, einer Art Registrierungsdatenbank, die mit dem Befehlszeilenprogramm gconftool-2 befragt und editiert werden kann. Der Administrator kann daher mit einem einfachen Skript die Konfiguration der Benutzer ändern. Die folgende Website listet alle Informationen auf, die für einen Administrator von Interesse sind, der mit der Verwaltung von GNOME-Arbeitsplatzrechnern beauftragt ist:


gconf


gconftool-2


KDE


Debian Squeeze enthält KDE in der Version 4.4.5, das mit dem Befehl apt-get install kde installiert werden kann.


KDE hat aufgrund eines sehr pragmatischen Ansatzes eine rasante Entwicklung durchgemacht. Seine Entwickler haben schnell sehr gute Ergebnisse erzielt, die es ihnen gestatteten, eine große Benutzergemeinschaft aufzubauen. Diese Faktoren haben zur Gesamtqualität des Projekts beigetragen. KDE ist eine vollständig ausgereifte Arbeitsplatzumgebung mit einer reichen Auswahl an Anwendungen.


Die KDE-Arbeitsfläche


Seit der Veröffentlichung von Qt 4.0 gibt es das letzte verbleibende Lizenzproblem bei KDE nicht mehr. Diese Version wurde sowohl für Linux als auch für Windows unter der GPL veröffentlicht (wohingegen die Windows-Version vorher unter einer nicht-freien Lizenz veröffentlicht worden war). Beachten Sie, dass KDE-Anwendungen mit der Programmiersprache C++ entwickelt werden müssen.


Xfce und andere


Xfce ist eine einfache und leichtgewichtige grafische Arbeitsfläche, die hervorragend zu Rechnern mit begrenzten Ressourcen passt. Es kann mit dem Befehl apt-get install xfce4 installiert werden. Wie GNOME beruht auch Xfce auf GTK+, und mehrere Komponenten sind bei beiden Arbeitsflächen identisch.


Xfce


Im Gegensatz zu GNOME und KDE zielt Xfce nicht darauf ab, ein riesiges Projekt zu sein. Außer den grundlegenden Komponenten einer modernen Arbeitsfläche (Dateimanager, Fenstermanager, Sitzungsmanager, einer Leiste für Anwendungsstarter und so weiter) stellt es nur einige konkrete Anwendungen bereit: einen sehr leichtgewichtigen Web-Browser (Midori), eine Konsole, einen Kalender, einen Bildbetrachter, ein CD/DVD-Brennprogramm, einen Medienspieler (Parole) und eine Lautstärkensteuerung.


Die Xfce-Arbeitsfläche


Hilfsprogramme


E-Mail


E-MailSoftware


Evolution


Evolution


GEMEINSCHAFT Beliebt Pakete


Mit dem Installieren des Pakets popularity-contest wird es möglich, an einer automatische Erhebung teilzunehmen, die das Debian-Projekt über die beliebtesten Pakete informiert. Einmal pro Woche wird von cron ein Skript ausgeführt, das (über HTTP oder E-Mail) eine anonymisierte Liste der installierten Pakete und des letzten Zugriffsdatums für die darin enthaltenen Dateien verschickt. Hierdurch wird es möglich, unter den installierten Paketen die tatsächlich benutzten zu unterscheiden.


popularity-contest


Beliebtheit von Paketen


Paket/primary>Beliebtheit


Diese Information ist für das Debian-Projekt eine große Hilfe. Sie wird dafür benutzt zu entscheiden, welche Pakete auf den ersten Installationsplatten enthalten sein sollten. Die Installationsdaten sind auch ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, ob ein Paket mit nur sehr wenigen Nutzern aus der Distribution entfernt werden sollte. Wir empfehlen von Herzen, das Paket popularity-contest zu installieren und an der Erhebung teilzunehmen.


Die erhobenen Daten werden täglich veröffentlicht.


Diese Statistiken können auch dabei helfen, zwischen zwei Paketen zu wählen, die im übrigen gleichwertig erscheinen. Die Auswahl des beliebteren Pakets erhöht die Wahrscheinlichkeit einer guten Wahl.


Evolution ist GNOMEs E-Mail-Client und kann mit dem Befehl apt-get install evolution installiert werden. Evolution ist mehr als ein einfacher E-Mail-Client und stellt auch einen Kalender, ein Adressbuch, eine Aufgabenliste und eine Notizanwendung (für frei formulierte Notizen) bereit. Seine E-Mail-Komponente umfasst ein leistungsstarkes Nachrichten-Indizierungssystem und ermöglicht die Erstellung virtueller Verzeichnisse aufgrund von Suchabfragen aller archivierten Nachrichten. Mit anderen Worten, alle Nachrichten werden in gleicher Weise gespeichert, werden aber in einer verzeichnisbezogenen Anordnung angezeigt, bei der jedes Verzeichnis die Nachrichten enthält, die einen bestimmten Satz von Filterkriterien erfüllen.


Das E-Mail-Programm Evolution


Eine Erweiterung für Evolution ermöglicht die Integration in ein Microsoft Exchange E-Mail-System; das erforderliche Paket ist evolution-exchange.


evolution-exchange


KMail


KMail


KDEs E-Mail-Programm kann mit dem Befehl apt-get install kmail installiert werden. KMail verarbeitet nur E-Mails, gehört jedoch zu einer Programmgarnitur namens KDE-PIM (für Personal Information Manager), die Leistungsmerkmale wie Adressbücher, eine Kalenderkomponente und so weiter enthält. KMail hat alle Leistungsmerkmale, die man von einem ausgezeichneten E-Mail-Client erwarten würde.


Das E-Mail-Programm KMail


Thunderbird und Icedove


Dieses im Paket icedove enthaltene E-Mail-Programm ist Teil der Mozilla-Programmgarnitur. Verschiedene Lokalisierungssätze stehen in den Paketen des Typs icedove-l10n-* bereit; die Erweiterung enigmail handhabt Nachrichtenverschlüsselung und -signierung (ist leider aber nicht in allen Sprachen verfügbar).


Das E-Mail-Programm Icedove


Thunderbird, Mozilla


MozillaThunderbird


Thunderbird ist einer der besten E-Mail-Clients und ist anscheinend wie Mozilla Firefox ein großer Erfolg.


Genaugenommen enthält Debian Squeeze Icedove und nicht Thunderbird, und zwar aus rechtlichen Gründen, auf die wir später im Abschnitt "Iceweasel, Firefox und andere" eingehen werden; aber abgesehen von ihren Namen (und Piktogrammen) bestehen zwischen ihnen keine wirklichen Unterschiede.


Web-Browser


Web-Browser


Browser, Web


Epiphany, der Web-Browser in der GNOME-Garnitur, verwendet die von Apple für seinen Safari-Browser entwickelte Anzeige-Engine WebKit. Das entsprechende Paket ist epiphany-browser.


WebKit


Epiphany


Konqueror, der KDE-Dateimanager, fungiert auch als Web-Browser. Er verwendet die KDE-spezifische Rendering-Engine KHTML; KHTML ist eine ausgezeichnete Engine, wie die Tatsache, dass Apples WebKit auf KHTML beruht, bezeugt. Konqueror ist durch das Paket konqueror verfügbar. Konqueror


Nutzer, die mit keinem der obengenannten zufrieden sind, können Iceweasel verwenden. Dieser Browser, verfügbar im Paket iceweasel, nutzt den Gecko-Renderer des Mozilla-Projekts, auf den eine ressourcenschonende und erweiterbare Schnittstelle aufgesetzt wurde. Gecko MozillaFirefox Firefox, Mozilla


Der Web-Browser Iceweasel


KULTUR Iceweasel, Firefox und andere


Iceweasel


Icedove


Viele Nutzer werden ohne Zweifel über das Fehlen von Mozilla Firefox in den Menüs von Debian Squeeze überrascht sein. Aber kein Grund zur Panik: das Paket iceweasel enthält Iceweasel, das im Grunde genommen Firefox unter einem anderen Namen ist.


Der Grund für diese Umbenennung ergibt sich aus den Nutzungsregeln, die von der Mozilla-Stiftung für das eingetragene Warenzeichen Firefox auferlegt werden: jedes als Firefox benannte Programm muss das offizielle Firefox-Logo und die offiziellen Piktogramme verwenden. Da diese Elemente jedoch nicht unter einer freien Lizenz veröffentlicht sind, kann Debian sie ihn seinem main-Bereich nicht vertreiben. Anstatt den gesamten Browser in den Bereich non-free zu verschieben, hat sich der Paketbetreuer entschlossen, einen anderen Namen zu verwenden.


Der Befehl firefox ist im iceweasel-Paket noch vorhanden, aber nur, um die Kompatibilität mit Programmen, die es zu verwenden versuchen, sicherzustellen.


Aus ähnlichen Gründen wurde der E-Mail-Client Thunderbird auf die gleiche Weise in Icedove umbenannt.


MozillaFirefox


Firefox, Mozilla


KULTUR Mozilla


Netscape Navigator war der Standardbrowser, als das Web die Massen zu erreichen begann, aber es fiel immer weiter zurück, als Microsoft Internet Explorer erschien. Angesichts dieses Misserfolges entschied sich Netscape (das Unternehmen), seinen Quellcode "freizugeben", indem es ihn unter einer freien Lizenz veröffentlichte, um ihm so ein neues Leben zu geben. Dies war der Beginn des Mozilla-Projekts. Nach vielen Jahren der Entwicklungsarbeit sind die Ergebnisse mehr als zufriedenstellend: das Mozilla-Projekt brachte ein HTML-Darstellungsprogramm (namens Gecko) hervor, das zu den standardkonformsten gehört. Dieses Darstellungsprogramm wird insbesondere vom Mozilla Firefox-Browser verwendet, der einer der erfolgreichsten Browser mit einer schnell wachsenden Benutzergemeinschaft ist.


Mozilla


Netscape


Squeeze bringt auch einen relativ neuen Sprössling der Browserszene, Chromium (verfügbar im chromium-browser Paket). Dieser Browser wird von Google in einer solchen Geschwindigkeit weiterentwickelt, dass es fast unmöglich ist, eine einzelne Version über die Lebenszeit von Squeeze zu pflegen. Seine klare Absicht ist es, Internetdienste in zweierlei Hinsicht attraktiver zu gestalten, hinsichtlich der Geschwindigkeitsoptimierung und einer Verbesserung der Sicherheit der Nutzer. Der Chromium zugrunde liegende Quelltext wird auch von der proprietären Version benutzt, welche Google Chrome genannt wird.


Entwicklung


Hilfsprogramme für GTK+ bei GNOME


Anjuta (im Paket anjuta) ist eine Entwicklungsumgebung, die zur Erstellung von GTK+-Anwendungen für GNOME optimiert ist. Glade (im Paket glade) ist ein Programm, das entwickelt wurde, um mit GTK+ grafische Schnittstellen für GNOME zu erstellen und sie als XML-Datei abzuspeichern. Diese XML-Dateien können dann von der Programmbibliothek libglade geladen werden, die die gespeicherten Schnittstellen dynamisch nachbilden kann; ein derartiges Leistungsmerkmal kann zum Beispiel für Erweiterungen interessant sein, die Dialoge erfordern.


Anjuta


Glade


Anjutas Aufgabenstellung besteht darin, alle Leistungsmerkmale, die man von einer integrierten Entwicklungsumgebung erwarten würde, auf modulare Weise zu kombinieren.


Hilfsprogramme für Qt bei KDE


Die entsprechenden Anwendungen für KDE sind KDevelop (im Paket kdevelop) für die Entwicklungsumgebung und Qt Designer (in den Paketen qt3-designer oder qt4-designer) zur Entwicklung grafischer Schnittstellen für QT-Anwendungen unter KDE.


Die nächsten Versionen dieser Anwendungen sollten dank des KParts-Komponentensystems besser miteinander integriert sein.


KDevelop


QtDesigner


Gemeinschaftliche Arbeit


Gemeinschaftliche Arbeit


In Gruppen arbeiten: groupware


groupware


In einer früheren Ausgabe dieses Buchs wurde PHPGroupware erwähnt, dieses Programm ist jedoch nicht mehr Bestandteil von Debian... Es wird nicht mehr aktiv betreut, und keine der vorhandenen Versionen war mit der in Debian Squeeze enthalten PHP-Version 5.3 kompatibel, weshalb der Debian-Betreuer darum gebeten hat, das Paket zu entfernen.


PHPGroupware


Auch eGroupware wurde erwähnt, es ging jedoch den gleichen Weg wie PHPGroupware, wenn auch aus anderen Gründen. Das Programm wird weiterhin von dem Unternehmen, das es entwickelt, betreut, aber niemand hat sich bereit erklärt, seine Betreuung innerhalb von Debian sicherzustellen. Falls Sie es dennoch verwenden wollen, so bietet das Projekt selbst Debian-Pakete an.


eGroupware


Aber es ist nicht alles verloren. Zahlreiche Leistungsmerkmale, die traditionell von "Groupware"-Programmen bereitgestellt wurden, sind in zunehmendem Maße in "Standard"-Programme integriert. Dies verringert die Notwendigkeit besonderer spezialisierter Groupware-Programme. Andererseits macht dies normalerweise einen besonderen Server erforderlich. Ein gutes Beispiel eines derartigen Servers ist Kolab, der in KDE integriert werden kann (Kontact, Kmail und so weiter), in die Horde-Webmail, in Thunderbird (über eine Erweiterung) und sogar in Microsoft Outlook. Kolab ist Teil von Debian Squeeze (in den kolab*-Paketen).


Kolab


Sofortnachrichten-Systeme


NachrichtenSofort


Wenn ein internes Sofortnachrichtensystem für ein Unternehmen eingerichtet werden soll, fällt die erste Wahl auf Jabber: sein Protokoll ist offener Standard (XMPP), und es gibt keinen Mangel an Leistungsmerkmalen. Die Nachrichten können verschlüsselt werden, was ein wirklicher Vorteil sein kann, und zwischen einem Jabber-Server und anderen Sofortnachrichtennetzen, wie ICQ, GAIM, Yahoo, MSN und so weiter, können Zugänge eingerichtet werden.


Jabber


XMPP


ICQ


GAIM


Messenger


ALTERNATIVE Internet Relay Chat


Anstatt Jabber kann auch IRC in Erwägung gezogen werden. Dieses System ist mehr auf das Konzept von Kanälen eingestellt, deren Namen mit einem Rautenzeichen # beginnen. Jeder Kanal ist gewöhnlich auf ein spezifisches Thema ausgerichtet und eine beliebige Anzahl von Personen kann einem Kanal beitreten, um es zu diskutieren (aber Teilnehmer können, falls erforderlich, nach wie vor private Einzelgespräche führen). Das IRC-Protokoll ist bereits älter und ermöglicht keine durchgängige Verschlüsselung der Meldungen; es ist jedoch möglich, die Kommunikation zwischen den Teilnehmern und dem Server durch das Tunneln des IRC-Protokolls innerhalb von SSL zu verschlüsseln.


IRC


Internet Relay Chat


IRC-Clients sind etwas komplexer, und sie stellen gewöhnlich zahlreiche Leistungsmerkmale bereit, die in einer betrieblichen Umgebung nur von begrenztem Nutzen sind. So sind zum Beispiel Kanal-"Betreiber" Teilnehmer, die mit der Fähigkeit ausgestattet sind, andere Teilnehmer aus dem Kanal zu werfen oder sie sogar dauerhaft auszusperren, wenn die normale Diskussion gestört wird.


Da das IRC-Protokoll sehr alt ist, sind zahlreiche Clients verfügbar, die auf viele Nutzergruppen zugeschnitten sind; zu ihnen zählen zum Beispiel XChat und Smuxi (grafische Clients, die auf GTK+ aufbauen), Irssi (Textmodus), Erc (in Emacs integriert), Chatzilla (im Mozilla-Programmpaket) und so weiter.


KURZER BLICK Videokonferenzführung mit Ekiga


Ekiga (früher GnomeMeeting genannt) ist die bekannteste Anwendung zur Führung von Videokonferenzen unter Linux. Es ist sowohl stabil als auch funktionell und kann in lokalen Netzwerken sehr leicht verwendet werden; das Einrichten des Dienstes in einem weltweiten Netzwerk ist wesentlich schwieriger, wenn die beteiligten Firewalls keine ausdrückliche Unterstützung für H323 oder das SIP-Telefonkonferenzprotokoll mit all ihren Eigenarten bieten.


Videokonferenz


H323


Falls nur ein Ekiga-Client hinter der Firewall laufen soll, ist die Konfigurierung recht geradlinig und erfordert nur das Weiterleiten einiger Ports an den speziell dafür vorgesehenen Host: TCP-Port 1720 (wartet auf ankommende Verbindungen), TCP-Port 5060 (für SIP), TCP-Ports 30000 und 30010 (zur Kontrolle offener Verbindungen) und UDP-Ports 5000 bis 5013 (für die Übertragung von Audio- und Videodaten und die Registrierung bei einem H323-Proxy).


GnomeMeeting


Ekiga


Wenn mehrere Ekiga-Clients hinter der Firewall laufen sollen, steigt die Komplexität beträchtlich an. Ein H323-Proxy (zum Beispiel das Paket gnugk) muss eingerichtet werden, und seine Konfigurierung ist alles andere als einfach.


gnugk


Den Server konfigurieren


Das Einrichten eines Jabber-Servers ist recht unkompliziert. Nach der Installation des Pakets ejabberd ermöglicht die Ausführung des Befehls dpkg-reconfigure ejabberd das Anpassen der Standard-Domain, und er erstellt ein Administrator-Konto. Beachten Sie, dass der Jabber-Server einen gültigen DNS-Namen benötigt, der auf ihn weist; daher kann im Vorfeld einige Verwaltungsarbeit am Netzwerk erforderlich sein. Die Falcot-Corp.-Administratoren haben für diesen Zweck jabber.falcot.com ausgesucht.


Sobald diese anfängliche Einrichtung vorüber ist, kann die Konfiguration des Dienstes über eine Web-Schnittstelle kontrolliert werden, die über http://jabber.falcot.com:5280/admin/ erreichbar ist. Der angeforderte Benutzername und das Passwort sind dieselben, die zuvor im Verlauf der anfänglichen Einrichtung angegeben worden sind. Beachten Sie, dass der Benutzername zusammen mit der eingestellten Domain ausgewiesen werden muss: das Konto admin wird so zu admin@jabber.falcot.com.


Die Weboberfläche macht das Editieren von Konfigurationsdateien unnötig, aber nicht immer einfacher, da viele Optionen eine besondere Syntax haben, die bekannt sein muss. /usr/share/doc/ejabberd/guide.html ist deshalb eine empfohlene Lektüre.


Jabber-Clients


ClientJabber


JabberClients


GNOME stellt Empathy (im gleichnamigen Paket) zur Verfügung. Es ist ein minimalistischer Client, der sich in den Benachrichtigungsbereich der Arbeitsfläche (in der GNOME Standardeinstellung in der rechten, oberen Ecke) einpasst.


Empathy


KDE stellt Kopete (im Paket openoffice.org) zur Verfügung.


Kopete


Kollaborative Zusammenarbeit mit FusionForge


FusionForge


FusionForge ist ein Programm für gemeinschaftliche Entwicklungsarbeit mit einigen Anleihen bei SourceForge, einem Hostingdienst für freie Softwareprojekte. Es verwendet denselben allgemeinen Ansatz auf der Grundlage des Standardentwicklungsmodells für freie Software. Das Programm selbst hat sich weiterhin entwickelt, nachdem der SourceForge-Code proprietär wurde. Seine ursprünglichen Autoren, VA Software, entschieden sich, keine freien Versionen mehr zu veröffentlichen. Das Gleiche geschah noch einmal, als die erste Abspaltung (GForge) den selben Weg einschlug. Da verschiedenartige Personen und Organisationen an der Enwicklung beteiligt waren, enthält das gegenwärtige FusionForge sowohl Leistungsmerkmale, die einen traditionelleren Entwicklungsansatz verfolgen, als auch Projekte, die sich nicht ausschließlich mit der Entwicklung von Software befassen.


SourceForge


FusionForge kann als Verschmelzung mehrerer Hilfsprogramme angesehen werden, die der Verwaltung, Verfolgung und Koordinierung von Projekten dienen. Diese Hilfsprogramme können grob in drei Kategorien eingeteilt werden:


Kommunikation: Webforen, Mailinglist-Verwalter, Ankündigungssystem zur Nachrichtenveröffentlichung eines Projekts;


Verfolgung: Aufgabenverfolger zur Fortschrittskontrolle und Aufgabenterminierung, Verfolger für Fehler (oder Patches oder Funktionswünsche oder jede andere Art von "Tickets"), Erhebungen;


Austausch: Dokumentationsverwalter zur Bereitstellung eines einheitlichen zentralen Ortes für projektbezogene Dokumente, allgemeiner Dateiveröffentlichungsmanager, speziell jedem Projekt zugeordnete Website.


Da FusionForge hauptsächlich auf Entwicklungsprojekte abzielt, integriert es auch zahlreiche Hilfsprogramme wie CVS, Subversion, Git, Bazaar, Darcs, Mercurial und Arch für das Quellen-Kontrollmanagement oder das "Konfigurationsmanagement" oder die "Versionskontrolle" - dieser Prozess hat viele Namen. Diese Programme speichern den Verlauf aller Revisionen aller verfolgten Dateien (häufig Quellcodedateien) mit allen Veränderungen, die sie durchmachen, und sie können Veränderungen zusammenführen, wenn mehrere Entwickler gleichzeitig am selben Teil eines Projekts arbeiten.


Die meisten dieser Hilfsprogramme sind über eine Webschnittstelle zugänglich, oder werden sogar darüber verwaltet, mit einem detaillierten Berechtigungssystem und E-Mail-Benachrichtigungen für einige Vorgänge.


Office-Pakete


Office-Paket


Paket, Office


Büroprogramme galten lange Zeit in der Welt freier Software als nicht vorhanden. Benutzer haben nach Ersatz für Microsoftprogramme wie Word und Excel gefragt, aber diese sind so komplex, dass Ersatz nur schwer zu entwickeln war. Die Situation änderte sich mit dem Start des Projekts OpenOffice.org (nach der Veröffentlichung des StarOffice-Codes unter einer freien Lizenz durch Sun). Die GNOME- und KDE-Projekte arbeiten weiterhin an ihren Angeboten (GNOME Office und KOffice), und der freundliche Wettbewerb führt zu interessanten Ergebnissen. Zum Beispiel ist die Tabellenkalkulation Gnumeric (Teil von GNOME Office) in einigen Bereichen sogar besser als OpenOffice.org, vor allem bei der Genauigkeit seiner Berechnungen. Auf dem Gebiet der Textverarbeitung ist das OpenOffice.org-Paket weiterhin wegweisend.


OpenOffice.org


StarOffice


Libre Office


GNOME Office


KOffice


Gnumeric


Ein weiteres für die Nutzer wichtiges Leistungsmerkmal ist die Fähigkeit, Word- und Exceldokumente, die man von Ansprechpartnern erhalten oder in Archiven gefunden hat, zu importieren. Obwohl alle Büropakete Filter besitzen, die es ermöglichen, mit diesen Formaten zu arbeiten, sind nur die von OpenOffice.org für den täglichen Gebrauch ausreichend funktionsfähig.


DER ÜBERBLICK Libre Office ersetzt OpenOffice.org


OpenOffice.org-Mitwirkende haben eine Stiftung gegründet (The Document Foundation), um die Projektentwicklung zu fördern. Die Idee wurde bereits seit einiger Zeit diskutiert, aber der eigentliche Auslöser war der Aufkauf von Sun durch Oracle. Die neuen Eigentumsverhältnisse machten die Zukunft von OpenOffice unter Oracle unsicher. Da sich Oracle weigerte, Mitglied der Stiftung zu werden, waren die Entwickler gezwungen, den Namen OpenOffice.org aufzugeben. Die Software ist jetzt als Libre Office bekannt.


Diese Veränderungen traten nach der Veränderungssperre für Debian Squeeze ein. Daher enthalten die Paketdepots noch OpenOffice.org... aber LibreOffice ist bereits in den Depots von backports.debian.org vorhanden, wie auch in neueren Debian-Versionen.


Word, Microsoft


Excel, Microsoft


MicrosoftWord


MicrosoftExcel


OpenOffice.org, KOffice und GNOME Office sind in den Debian-Paketen openoffice.org, koffice und gnome-office verfügbar. Sprachspezifische Pakete für OpenOffice.org sind separat veröffentlicht: openoffice.org-l10n-*, openoffice.org-help-* und openoffice.org-spellcheck-* (letzteres kann von myspell-* als virtuelles Paket bereitgestellt werden).


Windows emulieren: Wine


Windows emulieren


Windows, Emulierung


Trotz all der oben erwähnten Anstrengungen gibt es noch eine Anzahl von Programmen ohne Linux-Äquivalent, oder solche, für die die Originalversion unerlässlich ist. Hier kommen Windows-Emulationssysteme gerade recht. Das bekannteste unter ihnen ist Wine.


ERGÄNZUNGEN CrossOver Linux


CrossOver, von CodeWeavers produziert, ist ein Satz von Verbesserungen für Wine, der den verfügbaren Satz emulierter Leistungsmerkmale soweit erweitert, dass Microsoft Office vollständig nutzbar wird. Einige dieser Verbesserungen werden gelegentlich in Wine aufgenommen.


CrossOver


CodeWeavers


Man sollte jedoch nicht vergessen, dass es nur eine von mehreren Lösungen ist, und dass das Problem auch mit einer virtuellen Maschine oder mit VNC angegangen werden kann; diese beiden Lösungen sind in den Seitenleisten ausführlich beschrieben.


Lassen Sie uns mit einer Erinnerung beginnen: Emulation ermöglicht es, ein Programm (das für ein Zielsystem entwickelt wurde) auf einem anderen Wirtssystem auszuführen. Das Emulationsprogramm verwendet das Wirtssystem, auf dem die Anwendungen laufen, um die erforderlichen Leistungsmerkmale des Zielsystems zu imitieren.


Wine


Der einfachste Weg, Wine zu nutzen, ist mit einer bereits instllieren Microsoft Windows-Instanz auf einer existierenden Partition (was der Fall auf Dual-Boot-Maschinen mit diesem System sein wird). Wenn keine installierte Windows-Version verfügbar ist, funktioniert Wine auf eine weniger vollständige Art und weniger Programme werden in der Lage sein, zu laufen.


Als erstes muss die Windowspartition gemounted werden (zum Beispiel unter /windows/), der Benutzer wine muss Lese- und Schreibzugriff darauf haben. Der folgende fstab - Eintrag gibt diese Rechte an alle Benutzer:


/dev/hda1 /windows fat defaults,uid=1000,gid=100,umask=002,nls=iso8859-1 0 0


Jetzt werden alle benötigten Pakete installiert:


# apt-get install wine ttf-mscorefonts-installer wine-doc


winesetup


Der Benutzer muss anschließend winecfg ausführen und /windows/ als das Laufwerk C: einrichten. Alle anderen Einstellungen können auf ihren Standardwerten belassen werden. Um Windowsprogramme zu starten, muss dann nur noch wine /windows/.../program.exe ausgeführt werden.


Beachten Sie dass Sie sich nicht allein auf Wine (oder ähnliche Lösungen) verlassen ohne die jeweilige Software genau zu testen: Nur ein genauer Test unter Realbedingungen kann endgültig sicherstellen ob die Emulation richtig funktioniert.


ALTERNATIVE Virtuelle Rechner


Eine Alternative zum emulieren eines Microsoft Betriebssystems ist, es in einer virtuellen Maschine laufen zu lassen welche eine richtige Hardwaremaschine simuliert. Das erlaubt es, auch jedes andere Betriebssystem laufen zu lassen. beschreibt verschiedene Virtualisierungsumgebungen, allen voran Xen und KVM (aber auch QEMU, VMWare und Bochs).


ALTERNATIVE Windows Terminal Server oder VNC


Eine weitere Möglichkeit ist es, die nativen Windowsanwendungen auf einem zentralen Windows Terminal Server laufen zu lassen und mittels rdesktop darauf zuzugreifen. Das ist ein Linuxclient für das RDP Protokoll (Remote Desktop Protocol) welches Windows NT/2000 Terminal Server verwenden um entfernten Rechner zugriff auf ihre Desktops zu geben.


RDP


Remote Desktop Protocol (RDP)


Windows Terminal Server


VNC bietet ähnliche Funktionen, funktioniert aber zusätzlich mit vielen verschiedenen Betriebssystemen. Linux-VNC-Clients und -server sind in beschrieben.