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Kapitel 17


Anzahl der Absätze: 36

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Live-CD


Besonderheiten


Eine kleine Auswahl


Derivate (Abgeleitete Distributionen)


abgeleitete distributionen distribution, abgeleitetViele Linux Distributionen sind Derivate von Debian und verwenden Debians Paketverwaltung. Alle haben eigene interessante Eigenschaften und es ist möglich, dass eine von ihnen die gestellten Bedürfnisse besser erfüllt als Debian selbst.


Beteiligung und Kooperation


Das Debian-Projekt erkennt die Wichtigkeit von abgeleiteten Distributionen an und unterstützt aktiv die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Diese Zusammenarbeit beinhaltet das Integrieren von Verbesserungen die ursprünglich von abgeleiteten Distributionen entwickelt wurden, sodass jeder daraus einen Vorteil zieht und die Arbeit zur langfristigen Pflege reduziert wird.


Dies erklärt warum abgeleitete Distributionen eingeladen sind, sich in Diskussionen einzubringen auf der debian-derivatives@lists.debian.org Mailing-Liste und am Zensus zu abgeleiteten Distributionen teilzunehmen. Das Ziel des Zensus ist es, Informationen zu Arbeiten zu sammeln, die in einer abgeleiteten Distribution, damit die offiziellen Debian Maintainer besser den Status ihrer Pakete in den Debian Varianten zu verfolgen.


Lassen Sie uns nun kurz die interessantesten und bekanntesten Derivat-Disstributioen beschreiben.


Ubuntu


Ubuntu Ubuntu hat für viel Wirbel gesorgt, als es in der Freie-Software-Szene auftauchte. Und das aus gutem Grund: Canonical Ltd., die Firma, die die Distribution erstellt hat, stellte 30 Debian-Entwickler ein und gab als langfristiges Ziel an, eine zweimal jährlich erscheinende Distribution für Jedermann auf den Markt zu bringen. Sie verpflichteten sich auch dazu, jede Version für eineinhalb Jahre zu unterstützen; und zwar sowohl was die Kernkomponenten betrifft, als auch sicherheitskritische Aspekte.


Diese Ziele bedeuten zwangsläufig auch eine Reduzierung des Umfanges. Ubuntu richtet sein Hauptaugenmerk auf eine kleinere Anzahl an Software-Paketen, als Debian und stützt sich primär auf den GNOME-Desktop (obwohl offiziell auch eine KDE-basierte Version namens “Kubuntu”Kubuntu unterstützt wird). Alle Komponenten wurden internationalisiert und in sehr viele Sprachen übersetzt.


Bis jetzt konnte Ubuntu ihren Release-Rythmus halten. Ebenfalls veröffentlichen sie Long Term Support (LTS) Versionen, die ein 5-Jahre-Wartungsversprechen bieten. Im April 2012 ist die aktuelle LTS-Version die Version 12.04 erschienen, Spitzname "Precise Pangolin". Die aktuellste nicht-LTS-Version ist 11.10, Spitzname "Oneiric Ocelot". Die Versionsnummern beschreiben das Veröffentlichungsdatum: Beispielsweise steht 11.10 für den Oktober (10. Monat) des Jahres 2011.


Ubuntu hat mitlerweile eine breite Anhängerschaft in der Öffentlichkeit erreicht. Millionen Benutzer sind beeindruckt von seiner einfachen Installation und der Arbeit die in die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit des Desktops gesteckt wurde.


Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein. Speziell die Debian-Entwickler hatten große Hoffnungen darin gesetzt, Ubuntu würde auch direkt zu Debian beitragen. Auch wenn sich die Situation im Laufe der Jahre gebessert hat, haben sich viele über das Ubuntu-Marketing geärgert. Dieses hatte vorgegeben, Ubuntu sei der "gute Bürger" in der Welt der Freien Software, nur weil sie die Änderungen an den Debian-Paketen öffentlich gemacht haben. Befürworter von Freier Software wissen, dass ein automatisch generierter Patch wenig hilfreich für den Entwicklungsprozess ist. Um die Arbeit eines Einzelnen zu integrieren bedarf es der Interaktion und Zusammenarbeit mit den anderen Beteiligten.


Diese Zusammenarbeit ist im Laufe der Zeit besser geworden, vor allem Dank der Arbeit der Ubuntu Gemeinschaft und den Bemühungen, neue Beitragende anzuleiten. Diese Politik wird jedoch von Canonical immer noch nicht bei den eigenen Mitarbeitern durchgesetzt. Einige blieben ihren Wurzeln treu und bemühen sich (Colin Watson, Martin Pitt und Matthias Klose sind hier positiv hervorzuheben) aber andere, weil oftmals überarbeitet, finden sich nicht mehr in diesem Kreis.


Knoppix


Live-CD Knoppix bootfähige CD-ROM CD-ROMbootfähig Knoppix braucht man wohl kaum noch jemandem vorzustellen. Es war die erste Distribution, die sich von einer Live-CD starten ließ. Mit anderen Worten: Knoppix kam auf einer bootfähigen CD-ROM mit einem vollständigen Linux-System, das sich auch auf Rechnern ohne Festplatte starten ließ; alle bereits auf dem Rechner installierten Systeme wurde nicht angerührt. Die automatische Hardware-Erkennung erlaubt es dieser Distribution, auf nahezu allen Rechnern zu arbeiten. Die CD-ROM enthält fast 2 GB (gepackte) Software.


Diese CD-ROM in Verbindung mit einem USB-Stick erlaubt es, Ihre Daten mitzunehmen und auf jedem beliebigen Computer zu arbeiten, ohne Spuren zu hinterlassen. Das liegt daran, dass die Distribution die Festplatte überhaupt nicht benutzt. Knoppix baut hauptsächlich auf LXDE (einem sehr schlanken grafischen Desktop) auf; andere Distributionen nutzen andere Zusammenstellungen von Desktop und Software. Dies wird teilweise durch das Debian live-build-Paket ermöglicht, das es relativ einfach macht, Live-CDs zu erstellen.


Knoppix liefert auch einen Installer: Sie können die Distribution erst als LiveCD ausprobieren und sie dann auf eine Festplatte installieren um bessere Performance zu erhalten.


Linux Mint


Linux Mint Linux Mint ist eine teilweise von der Community gepflegte Distribution, die durch Spenden und Werbung dinanziert wird. Ihr Hauptzweig basiert auf Ubuntu, es gibt jedoch auch eine “Linux Mint Debian Edition”, die ständig weiterentwickelt wird. Sie basiert auf Debian Testing. In beiden Fällen wird die Installation über eine Live-CD gestartet.


Das Ziel der Distribution ist die Vereinfachung des Zugriffs auf fortschrittliche Technologien. Sie bietet spezielle grafische Oberflächen für die übliche Software. Zum Beispiel bietet Linux Mint ein anderes Menüsystem, obwohl es auf GNOME basiert. Auch die Software-Paketverwaltung, obwohl auf APT aufbauend, bietet ein spezielles Interface mit einer Vorab-Prüfung auf evtl. Gefahren und Probleme bei einem Paket-Update.


Linux Mint beinhaltet eine große Anzahl proprietärer Software, um die bestmögliche Nutzererfahrung sicherzustellen. Zum Beispiel: Adobe Flash und Multimedia Codecs.


SimplyMEPIS


SimplyMEPIS SimplyMEPIS ist eine kommerzielle Distribution, die Knoppix sehr ähnelt. Es bietet ein sofort nutzbares Linux-System von einer Live-CD und enthält eine Reihe unfreier Software: Gerätetreiber für nVidia-Grafikkarten, Flash für die Animationen vieler Webseiten, RealPlayer, Sun's Java usw. Das Ziel ist ein 100 % funktionsfähiges System vom Start weg. Mepis wurde internationalisiert und unterstützt viele Sprachen.


Diese Distribution basierte ursprünglich auf Debian; For einiger Zeit wanderte Sie ab zu Ubuntu, kam dann aber zurück zu Debian, wodurch sich die Entwickler auf das Entwickeln neuer Funktionen konzentrieren konnten ohne sich um das stabilisieren von Paketen aus Debians "Unstable" Zweig kümmern zu müssen.


Aptosid (Ehemals Sidux)


Sidux Aptosid Diese von der Community betriebene Distributin verfolgt die Änderungen in Debian Sid (Unstable), daher der Name. Sie versucht, vier mal im Jahr neue Versionen zu veröffentlichen. Die Änderungen haben einen begrenzten Umfang: Ziel ist das Bereitstellen der aktuellsten Software und Treiber für die neueste Hardware bei gleichzeitiger Möglichkeit des jederzeitigen Wechsels zurück zur offiziellen Debian-Distribution.


Damn Small Linux ("verdammt kleines Linux")


Diese Distribution liefert eine sehr kleine LiveCD von nur 50 MB, so dass sie auf eine CD-ROM der Form und Größe einer Visitenkarte passt. Das kann hilfreich sein, um Debian auf einem älteren Computer zu nutzen.


und viele mehr


Distrowatch


Die Distrowatch Website verweist auf eine riesige Zahl von Linux Distributionen, von denen viele auf Debian basieren. Auf dieser Seite zu stöbern ist ein großartiger Weg um ein Gefühl für die Vielfalt in der Welt Freier Software zu bekommen.


Die Suche kann helfen eine Distribution basierend auf ihrer Abstammung aufzuspüren. Im Januar 2012 führte die Auswahl von Debian zu 141 aktiven Distributionen!